Maria Montessori Maria Montessori forderte Anfang dieses Jahrhunderts bessere Bedingungen für Kinder, denn gerade im letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts starben zehnmal mehr Kinder an Infektionskrankheiten als Erwachsene. Auch wurden zur damaligen Zeit die Kinder in der Schule oft gequält.
Sind die Lebensumstände für Kinder wirklich besser geworden?
Zum einen schon: In materieller Sicht geht es den meisten Kindern gut. Die Kinderzimmer quellen mit Spielzeug über, die Kinder haben gute Bildungschancen, die medizinische Versorgung ist gegeben und letztendlich erfüllen die Erwachsenen den Kindern "fast" alle Wünsche; vielleicht auch aus einem schlechten Gewissen heraus, da der schnellebige und hektische Alltag ihnen oft wenig Möglichkeiten gibt, sich bewußt Zeit für die Kinder zu nehmen.
Maria Montessori fordert in ihrem Buch "Kinder sind anders" Aufgaben, die Eltern (alle Pädagogen) erfüllen müssen.
"Die Eltern sind die Wächter des Kindes, aber nicht seine Bauherren. Sie müssen es pflegen und beschützen im tiefsten Sinne dieser Worte, gleich einem, der eine heilige Aufgabe übernimmt, die über die Anliegen und Begriffe des äußeren Lebens hinausreicht. Die Eltern sind übernatürliche Wächter wie Schutzengel, von denen die Religion spricht, und sie unterstehen ausschließlich und unmittelbar dem Gebot des Himmels, sind stärker als alle menschliche Autorität und mit dem Kind durch Bande vereint, die unauslöschlich sind, mögen sie auch unsichtbar sein. Zu solcher Aufgabe müssen die Eltern die Liebe, die von der Natur ihnen in die Seele gelegt wurde, läutern, und sie müssen verstehen, daß diese Liebe der bewußte Teil eines noch tieferen Gefühls ist, das nicht durch Egoismus oder Trägheit des Herzens verdorben werden darf. Die Eltern müssen mit Offenheit und Bereitschaft dem brennendsten Sozialproblem begegnen: dem Kampf um die Anerkennung der Rechte des Kindes." Mit diesen Worten Maria Montessoris sind wir am Ende dieser Arbeit angelangt. Wir hoffen, Ihnen damit einen Einblick in die pädagogischen Gedanken und Ideen Maria Montessoris gegeben zu haben. Vielleicht können wir damit ein Interesse wecken, sich noch tiefer in diese Pädagogik einzulassen und vielleicht einen Weg aufzeigen, wie wir Erwachsene unseren Kindern mit Verständnis im neuen Jahrtausend begegnen können.
Literatur und Quellen:
Maria Montessori "Kinder lernen schöpferisch" Herder Spektrum
Maria Montessori "Kinder sind anders" dtv/Klett-Cotta
Maria Montessori "Das kreative Kind" Herder
Ludwig "Erziehen mit Maria Montessori" Herder
Marielle Seitz / Ursula Hallwachs "Montessori oder Walldorf?" Kösel
Helmut Heiland "Maria Montessori" Rowohlt
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