Pädagogisches Konzept

Unser Kindergarten soll eine Familien ergänzende, vorschulische Einrichtung sein, in der die Kinder die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ohne Zeit und Leistungsdruck mit anderen Kindern zusammen zu sein, zu experimentieren, zu spielen und sich zu bewegen. Unseren pädagogischen Auftrag verstehen wir darin, die Kinder in ihrer individuellen Entwicklung zu unterstützen.

"Hilf mir, es selbst zu tun"


Diese Aussage eines Kindes zu Maria Montessori, verstehen wir als Grundsatz unserer pädagogischen Arbeit. "Jedes Kind verfügt über einen inneren Bauplan der Seele und über vorbestimmte Richtungen für seine Entwicklung." (Maria Montessori). Ziel unserer Erziehung sind Menschen, die ihren inneren Bauplan erfüllen, glücklich werden und damit ihren persönlichen Teil zur Gemeinschaft beitragen können. Um diese Ziele zu erreichen, müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, um die Kinder wichtige Erfahrungen machen zu lassen. Diese gliedern sich wie folgt:

  1. Erfahrungen mit sich selbst


  2. Erfahrungen mit Anderen


  3. Erfahrungen mit der Umwelt



1. Erfahrungen mit sich selbst:

  • Sinneserfahrungen:
    Ganzheitliche Sinneserfahrung fördert die Intelligenzentwicklung.

    d.h. für uns: Sinneseindrücke in allen Sinnesbereichen ermöglichen. (z.B. Arbeiten mit Sinnesmaterialien von Maria Montessori, Kim-Spiele- Riechen, Schmecken, Fühlen).


  • Körpererfahrungen:
    Eigene Kräfte und Fähigkeiten erfahren, ausbauen, einschätzen und sinnvoll einsetzen. Was kann ich schon, was muss ich noch lernen?

    d.h. für uns: Bewegungsangebote und Räume schaffen.


  • Musikalische und rhythmische Erfahrungen:
    Rhythmikstunde mit den Vorschulkindern. Umgang mit Musikinstrumenten und Klangerfahrungen ermöglichen.
    Umsetzen von Musik in Bewegung.

    d.h. für uns: Vorbereitung und Durchführung altersgerechter Angebote.


  • Gesundes Ernährungsverhalten aufzeigen:
    Regelmäßige Nahrungszubereitung. Nach Möglichkeit eigene Erzeugnisse aus dem Garten verwenden.

    d.h. für uns: Den Kindern notwendige Arbeitsabläufe erlebbar machen sowie schmackhafte und gesunde Lebensmittel den Kindern anbieten.


  • Stilleerfahrungen:
    Regelmäßige Phantasiereisen, Musik und Bildermeditation, zur Ruhe kommen, Malen nach meditativer Musik.

    d.h. für uns: Durch Beobachtung den richtigen Zeitpunkt feststellen, um eine Stilleübung durchzuführen. Ebenso ist es wichtig eine gut vorbereitete Umgebung zu schaffen.


  • Umgang mit Gefühlen:
    1. Den eigenen Willen erkennen, formulieren können, sich durchsetzen können, aber auch die Bedürfnisse anderer Kinder akzeptieren und sich selbst eventuell einmal zurückzunehmen.

      d.h. für uns: Genaues Beobachten, Situationen aufgreifen, Kinder stark machen.


    2. Gefühle wie Freude, Trauer und Wut erkennen und formulieren und zum Ausdruck bringen lassen,, NEIN sagen können und dürfen. (Prävention, um sexuellen Missbrauch vorzubeugen).


    3. Frustrationstoleranz erhöhen, d.h. zum Beispiel Misserfolgserlebnisse verkraften können, sich Fehler einzugestehen. Abwarten lernen - Selbstbeherrschung.

      d.h. für uns: Anforderungen angemessen und kindgemäß stellen, Kinder beobachten und in der jeweiligen Situation annehmen können.


    4. Teilnahme an einem Gesprächskreis: d.h. zuhören können, eigene Ideen vorbringen, abwarten lernen, Erlebnisse austauschen, andere Ansichten akzeptieren.

      d.h. für uns: immer wiederkehrende Gesprächsrunden anbieten, Vorbild sein.


  • Eigene Kreativität entdecken und ausleben:
    Experimentieren mit verschiedenen Materialien.
    Umsetzen eigener Ideen und Gedanken.

    d.h. für uns: Den Kindern Raum und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, um kreativ zu sein.


  • Ästhetisches Bewusstsein entwickeln:
    Schönheitsempfinden schulen, Verantwortungsbewusst sein und Wertschätzung erlangen für "die schönen Dinge des Lebens).

    d.h. für uns: liebevoll gestaltete Umgebung schaffen und den pfleglichen Umgang mit diesen Dingen vorleben.


  • Pflege der eigenen Person:
    Selbständiges An- und Ausziehen, Zähneputzen, Händewaschen.

    d.h. für uns: Selbständigkeit fördern, Geduld bewahren und eventuelle Hilfestellungen bieten.


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2. Erfahrungen mit Anderen:

  • Gemeinschaft erleben:
    Feste feiern in der Gruppe, Gemeinsame Aktivitäten planen und erleben.

    d.h. für uns: Gemeinsame Aktionen planen und die nötigen Rahmenbedingungen hierfür schaffen.


  • Freundschaften pflegen:

    d.h. für uns: Kleingruppenarbeit anbieten, räumliche Rückzugsmöglichkeiten schaffen, Eltern mit einbeziehen (Verabredungen der Kinder organisieren).


  • Vorurteile und Rollenklischees abbauen:

    d.h. für uns: Eigenes Verhalten hinterfragen, Außenseiter und Kinder mit Behinderungen integrieren, Jungen und Mädchen gleich behandeln, Andersartigkeiten tolerieren, Vorbild sein und den Kindern vermitteln "jeder ist gleich viel wert".


  • Pflege für die Gemeinschaft:
    Ordnung halten, Spielzeug wieder aufräumen, Verantwortung übernehmen für die Gruppe: z.B. kochen, den Tisch decken, abräumen, spülen, abtrocknen.

    d.h. für uns: Regeln aufstellen und überprüfen, Kinder aufmerksam machen für die Belange der Gruppe, selbst Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen und vorleben.


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3. Erfahrungen mit der Umwelt:

  • Heimische Umgebung erforschen und kennen lernen:
    Exkursionen, Spaziergänge, Wanderungen, Picknick usw., verantwortungsbewusster Umgang mit "unserer Heimat".

    d.h. für uns: Umweltbewusste Lebensführung verdeutlichen und "leben", aufmerksam machen auf das Lebensrecht für kleine Tiere und Lebewesen, Flexibilität und Spontaneität bei der Planung des Tages.


  • Anlegen und Pflegen eines Gartenbeetes:
    Gemüse säen, pflanzen pflegen und ernten, Blumenbeet bewusstes Erleben des Jahreskreislaufes.

    d.h. für uns: Freude an der Gartenarbeit vermitteln, selbständiges Arbeiten erlauben, Verantwortung abgeben können.


  • Pflege der räumlichen Umgebung:
    Anfallende Arbeiten im "Kindergartenhaushalt" erkennen und ausführen ( z.B. Kehren, Tisch abwischen, Staub wischen, Blumen gießen, Hausschuhe aufräumen, Müll trennen usw.

    d.h. für uns: Konsequentes Aufmerksam machen und Einhalten der vereinbarten Regeln.


  • Vermittlung von Allgemeinwissen:

    d.h. für uns: Vielfältige Themenauswahl und Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen, kindgemäße Erklärungen geben und Projekte anbieten.

    Lass es mich hören
    und ich vergesse,
    lass es mich sehen
    und ich erinnere,
    lass es mich tun
    und ich verstehe.
    (Konfuzius)


  • Kritisches Medien- und Konsumverhalten erlernen:

    d.h. für uns: Wir müssen versuchen, die Kinder vom "Konsumterror" unabhängig zu machen. Die Kinder sollen die erkennen, dass z.B. kaputte Dinge ihren Wert haben und diese repariert werden können. Bewusster Umgang mit Medien vermitteln und Alternativen aufzeigen.


  • Religiöse Feste feiern:
    Kinder haben die Möglichkeit Feste wie St. Martin, Nikolaus, Weihnachten usw. durch verschiedenste Aktivitäten bewusst zu erfahren.

    d.h. für uns: Vorbereitung und kindliche Wissensvermittlung der kirchlichen Feste und Feiern, Kinder in ihrem Glauben unterstützen und bestärken.


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"Lass mir Zeit" - ein Motto für das Kind


Wünschenswert wäre es, wenn wir uns der Tatsache bewusst würden, dass ein Kind seine Erfahrungen am Besten und Nachhaltigsten in einer entspannten und freundlichen Atmosphäre ausbilden und trainieren kann. Neben einer Umwelt zum Bewegen, Anfassen und Erforschen braucht das Kind unbedingt auch genügend Zeit, damit es selbst sein Tempo bestimmen kann.

Das heißt für unsere Arbeit, die Kinder mit ihren Eigenheiten anzunehmen, sie nicht miteinander zu vergleichen und somit auch nicht unter Leistungsdruck zu setzen. Wir wollen ihnen, ohne hohen Erwartungsdruck, ohne ständig gut gemeinte Aufforderungen und ohne voreilige Hilfe, die Zeit für ihre eigene Entwicklung lassen. Ihre individuelle Zeit die sie benötigen, um etwas zu bewältigen, was sie gerne können möchten.

Immer wieder wird es für uns Erzieherinnen auch Rückschläge und Durststrecken geben. Doch Kinder sind durchaus fähig, sich auf unvollkommene Situationen einzulassen, sofern sie sich in ihrer Umwelt geborgen und zufrieden wissen. Wer dennoch fehlerfrei erziehen will, verwechselt die Erziehung mit Hochleistungssport.



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